...und wickelten ihn in Windeln
Rainer Müsers, Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Martin Aldenhoven, war in Jerusalem der deutschen Ärztin Dr. Mechthild Ehling begegnet, die seit vielen Jahren im CARITAS BABY HOSPITAL in Bethlehem tätig ist. Er hatte ihre Einladung, das für Christen und Moslems offene Kinderkrankenhaus zu besuchen, angenommen und erzählte uns von bewegenden Erlebnissen. Zum Beispiel würden in die Klinik häufig Kinder gebracht, die nach der Geburt in Nomadenzelten lebensbedrohlich unterkühlt seien.

Der Bericht unseres Pfarrers motivierte zu einer Martinus-Aktion, deren Erlös für die Anschaffung von Brutkästen und Wärmebetten verwendet wurde. Auch konnten wir Ausbildung und Erstbesoldung einer Sozialschwester finanzieren, die die Beduinen über Hygiene und Babypflege aufklären sollte.

La Esperanza - die Hoffnung buchstabieren lernen
In dem vom jahrelangen Bürgerkrieg erschütterten Nicaragua wollten wir ein Alphabetisierungs-Programm unterstützen, durch das Bewusstseinsbildung und Demokratie in der ausgebeuteten und verarmten Landbevölkerung gefördert werden sollten. Tausende Bleistifte, Radiergummis und Schulhefte waren in Kooperation mit der CHRISTLICHEN INITIATIVE ROMERO (Münster) herbeizuschaffen, um einen Container mit diesen wichtigen Utensilien zu füllen, den der Deutsche Gewerkschaftsbund in das kleine mittelamerikanische Land transportierte.

Pfarrer Uwe Seidel, der den Transport begleitete, sorgte dafür, dass unsere Schreibmaterialien in dem Dorf La Esperanze (deutsch: Hoffnung) ankamen. Er berichtete uns, dass die Kinder sehr wissbegierig und fleißig wären. Sie bettelten nicht um Bonbons oder Kaugummi, sondern um Bleistifte und Hefte und seien dankbar für unsere Hilfe.

Kleider geben rettet Leben

Hunderttausende waren zwischen die Fronten des Bürgerkrieges der Roten gegen die Weißen Khmer und der vietnamesischen Armee geraten und suchten Schutz in elenden Flüchtlingslagern nahe der thailändischen Grenze. In einem dieser Lager - in Ta-Tum (Grüner Hügel) - richtete die action medeor einen Basis-Gesundheitsdienst ein.

Durch Kleidersammlungen und weitere Aktivitäten kam Geld zusammen, das der action medeor für Medikamente zur Verfügung gestellt wurde.

Akem auf die Beine helfen

Fast ein Jahr lang arbeitete Klaus Bielefeldt, ein Mitglied unserer Gemeinde, als Mediziner im Central Hospital Njinikom in Kamerun. Sein Bericht über die segensreiche Tätigkeit niederländischer Ärzte und südtiroler Franziskanerinnen veranlasste uns, Geld für den Aufbau eines Hilfsfonds für die Armen zu spenden, die nicht mehr durch ihre Familien unterstützt werden können.

Zu ihnen gehörte der kleine Akem, dem wir - wie vielen anderen Behinderten und Schwerkranken - auf die Beine helfen konnten.

Lebendiges Wasser für José Galvez

25.000 Menschen - Landlose, Arbeitslose oder Gelegenheitsarbeiter - sind im Laufe der Jahre in die 30 km vom Zentrum Limas entfernte Elendssiedlung gezogen, weil sie hofften, in der Großstadt Arbeit und Brot zu finden. Die Hoffnung war trügerisch. Die meisten Menschen lebten am Rand des Existenzminimums. Das größte Problem war die Wasserversorgung.

Aber die Leute resignierten nicht. Sie gründeten eine Selbsthilfeorganisation, die JUNTA DIRECTIVA CENTRAL, der es in Eigeninitiative gelang, die Lebensbedingungen zu verbessern. Das Hauptproblem einer geregelten Wasserversorgung konnten die Bewohner der Siedlung jedoch nicht allein lösen.

Inchupalla baut auf uns

Der Dokumentarfilm des ZDF "Ein Indiomädchen erzählt" schilderte das armselige Leben im Dorf Inchupalla in den peruanischen Anden. Der Film endete mit einer Versammlung, auf der sich die Indios an die Zuschauer wandten und um Unterstützung beim Bau einer dringend notwendigen Brücke baten. Ein Fluss, der in der Regenzeit reißend anschwillt, schloss die Bevölkerung von der Außenwelt ab und hinderte viele Mädchen und Jungen, die Schule zu besuchen. Erst kürzlich waren zwei Kinder ertrunken.

Mama i detena
Die Martinus-Aktion 2002 steht unter dem Motto "MAMA I DETENA, Leben bewahren - schützen - retten" und wurde bereits am 1. Juli offiziell begonnen. Unser Projektziel besteht darin, ein Ultraschallgerät zu finanzieren, das dringend in der gynäkologischen Abteilung des III. Krankenhauses benötigt wird. Die Wartung des Gerätes ist gewährleistet.

Kindern und Frauen eine Zukunft bauen

Lena Mertes, die aus der Stadt Medan in Nordsumatra stammt, und ihr Mann Karl erzählten uns von einer Selbsthilfegruppe, die Lenas Schwester ins Leben gerufen hatte. Alleinerziehende Frauen hatten sich zur Gemeinschaft IBU DAN ANAK (d.h. Mutter und Kind) zusammen geschlossen, um ihre Würde zu bewahren und der Gefahr von Ausbeutung und Prostitution zu entkommen.

Geld aus unserer Martinus-Aktion war wichtig, damit ein einfaches Haus hergerichtet, ein Schweinestall gebaut und Gerätschaften angeschafft werden konnten. Eine kleine Textilwerkstatt, für die Stoffe und Wolle sowie Nähmaschinen und Webrahmen erforderlich waren, sollte den Lebensunterhalt sichern.

Ein Haus für Kinder in Keur Massar

Im Senegal, in der Lepra-Station Keur Massar, 20 km von der Hauptstadt Dakar entfernt, trägt ein Haus das Schild KEUR SAINT MARTIN (deutsch: St. Martinshaus) und erinnert an Martinus-Aktionen, die wir gemeinsam mit dem Ricarda-Huch-Gymnasium Krefeld durchgeführt haben. Die Zusammenarbeit verdanken wir unserem ehemaligen Kaplan und späteren Religionslehrer am Krefelder Gymnasium - Engelbert Groß. Er unterhält heute noch als Professor an der Universität Eichstätt intensive Beziehungen zum Lepra-Zentrum.

Pskov, Insel der Hoffnung

Viele Menschen feierten den Martinus-Gottesdienst mit Bischof Evmenios von Lefka, Pfarrer Martin Rogalla, Pfarrer Charles Cervigne und Dechant Rainer Müsers. Die lebendige Ökumene, die evangelische und katholische Menschen seit Jahren in Aldenhoven verbindet, umfaßte diesmal auch orthodoxe Christen.

Ikonen der orthodoxen Gemeinde St. Dimitrios Aachen und des Malers Markos Vrampakis schmückten den Altarraum. Die byzantinischen Ikonen vereinigten sich mit den modernen Heiligenbildern des katholischen Gotteshauses und symbolisierten die geschwisterliche Verbindung von Ost- und Westkirche, die sich nach einem Jahrtausend der Trennung in gegenseitiger Versöhnung und Anerkennung einander näher kommen.