Erschütternd waren nach dem Sturz des Diktator Ceaucescu Berichte in den Medien über "Kinderheime" in Rumänien, z. B. die Meldung vom 20. März 1991 in den AACHENER NACHRICHTEN: "Für viele tausend Kinder war es die Hölle auf Erden: In rumänischen Gefängnissen, die sich ‚Kinderheime' nannten, vegetierten sie unter Aufsicht von Wärterinnen völlig verängstigt und eingeschüchtert dahin. Von Kot verdreckt, saßen sie oft zu mehreren in den Betten, wurden mit Stöcken in Schach gehalten, brutal geschlagen, kaum ernährt. Der Tod ging um in den 300 rumänischen Kinderheimen". Die Medienberichte wurde durch unmittelbare Erfahrungen verstärkt: Das Aldenhovener Ehepaar Kay engagierte sich privat für Rumänien, war mehrmals vor Ort und berichtete uns über bedrückendes Elend, aber auch über aufkeimende Hoffnung.

 

Foto: D. G. Söhner

 

In Aldenhoven begegneten wir einem Kind, das aus einem dieser schrecklichen Heime stammte und unter fürsorglicher Zuwendung wieder aufleben und lachen konnte.

Wir folgten der Empfehlung landeskundiger Ratgeber, das Kinderheim mit Sonderschule in Gura Humorului, Kreis Suceava, zu unterstützen, weil im Norden Rumäniens bislang kaum Hilfe angekommen war. Unsere Kontaktperson in der rumänischen Stadt war Doris G. Söhner, die Gattin eines evangelischen Pfarrers. Sie koordnierte unsere Projekt, das sich auf die Ausstattung der Küche, die Erneuerung des sanitären Bereichs und die Einrichtung einer Waschküche bezog. Materialien wurden am Ort gekauft; einheimische Handwerker erledigten die Arbeiten. Die finanzielle Abwicklung erfolgte über das GUSTAV-ADOLF-WERK.

Unser evangelischer Pfarrer hat sich im Jahr darauf vom Erfolg unserer Aktion in Gura Humorului persönlich überzeugen können.